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Erhaltung des Milchfetts in Ziegenmilch-Säuglingsnahrung bewahrt die Vorteile in der Nahrung

Ziegenmilch enthält rund 3,3 bis 3,5 Prozent Fett und damit etwas weniger als die Kuhmilch. Das Fett liegt in der Milch in kleinen Kügelchen vor, in der Ziegenmilch sind sie deutlich kleiner als in der Kuhmilch (durchschnittlich 3,5 μm). Ziegenmilch rahmt dadurch weniger auf als Kuhmilch.

Ein großer Vorteil ist aber vor allem, dass die kleineren Kügelchen für eine insgesamt größere Oberfläche sorgen. Fettspaltende Enzyme können dann das Fett besser aufschließen, was zur generell guten Fettverdaulichkeit von Ziegenmilch beiträgt.

96,6% des Ziegenmilchfettes bestehen aus Triglyceriden, die ihrerseits aus verschiedenen Fettsäuren (kurz-, mittel- und langkettige Fettsäuren) aufgebaut sind. Einige mehrfach ungesättige Fettsäuren (Omega 3-Fettsäure, Linolsäure) kommen in Ziegenmilch in höheren Anteilen vor als in Kuhmilch. Sie gelten als essenziell und für die menschliche Ernährung als unverzichtbar.

Auch der Anteil an gesättigten Fettsäuren liegt höher: Hier ist vor allem der höhere Anteil gesättigter Fettsäuren an mittlerer Position des Triglyzerids bemerkenswert; dadurch kann der Organismus das Fett leichter verwerten.

Bei einer Veranstaltung der International Society for the Study of Fatty Acids and Lipids (ISSFAL) in Cairns (Australien) vom 23. bis 28. Juli 2006 wurden zwei wissenschaftliche Publikationen vorgestellt, die sich auf die Forschung über Ziegenmilchfett beziehen.

Die Basis: frische Ziegenvollmich

Für ihre Ziegenmilch-Säuglingsnahrung Bambinchen verwendet die neuseeländische Dairy Goat Co-operative (DGC) ausschließlich frische Ziegenvollmilch .

So bleiben die in der Ziegenmilch enthaltenen natürlichen Bestandteile, auch das Ziegenmilchfett, im Endprodukt erhalten und stehen dem Säugling voll zur Verfügung. Was an Fett und essenziellen Fettsäuren für eine adäquate Säuglingsernährung noch fehlt, wird durch wertvolle Pflanzenöle zugefügt.

Die Verwendung von frischer Ziegenvollmilch ist der zentrale Unterschied zu den meisten anderen Säuglingsnahrungen, die ohne Milchfett hergestellt werden. Stattdessen wird bei ihnen eine Kombination aus Magermilch, Molke (oder Molkenprotein-Konzentrat) und einer Mischung von Pflanzenölen als Quelle für Fettsäuren zur Herstellung der Säuglingsnahrung verwendet.

Die auf der ISSFAL-Konferenz vorgestellten wissenschaftlichen Zusammenfassungen zeigen, wie vorteilhaft das Fett der Ziegenmilch in der Ziegenmilch-Säuglingsnahrung ist.

► Dr. Alison Hodgkinson, Ag-Research, Ruakura, Neuseeland, bestimmte die Eiweiße, die in der dünnen Haut enthalten sind, die das Milchfettkügelchen umhüllt, wenn es abgesondert wird.
Ein wertbestimmendes Protein ist Mucin, ein sehr großes Protein, mit dem eine Reihe von Zuckergruppen verbunden ist. In der Muttermilch bindet Mucin Bakterien und Viren (zum Beispiel das Rotavirus): Es verhindert, dass diese Keime wachsen und Infektionen verursachen. Da Mucin einen niedrigen pH-Wert toleriert und gegenüber Enzymen im Magen des Neugeborenen unempfindlich ist, trägt es zur Verhinderung von Magen-Darm-Infektionen bei Säuglingen bei.
Ein weiteres Protein, das sich in der Membrane des Milchfett-Kügelchens findet, ist Butyrophilin; dessen Funktion beim Säugling ist aber bislang nicht bekannt.

► Dr. Colin Prosser, Dairy Goat Co-operative, Neuseeland, skizzierte eine Arbeit zum Fettsäuremuster von Ziegenmilchfett. Fettsäuren liegen in Milch als sogenannte Triglyzeride vor, jedes Triglyzerid besteht aus drei Fettsäuren.
Je nach dem, wo die gesättigten Fettsäuren, z. B. Palmitat, innerhalb der Triglyzeride positioniert sind, hat das Einfluss auf Verdauung und Absorption von Fettsäuren und Kalzium, insbesondere bei Säuglingen.

Gesättigte Fette, die sich in der Mitte eines Triglyzerids befinden, werden besser absorbiert als Fettsäuren, die die beiden äußeren Positionen einnehmen. Die mittlere Position ist also für solche gesättigten Fette günstiger, die für Säuglingsnahrung verwendet werden. 

Bei Triglyceriden von unveränderten Pflanzenölen fand die Studie nur 12% Palmitat in der mittleren Position. Somit enthält Säuglingsnahrung, bei denen unmodifizierte Pflanzenöle als einzige Fettquelle eingesetzt werden, nur niedrige Mengen von gesättigten Fettsäuren in der mittleren Position. Im Gegensatz dazu findet man in Ziegenmilch etwa 35 Prozent Palmitat an der mittleren Triglyzerid-Position.

Vorteile des Milchfettes in der Ziegenmilch-Säuglingsnahrung

Da Ziegenmilch-Säuglingsnahrung eine Mischung aus Milchfett und Pflanzenölen enthält, war der Anteil der gesättigten Fettsäuren an der mittleren Triglyzerid-Position fast doppelt so hoch wie bei den ebenfalls untersuchten Säuglingsnahrungen, die nur mit Pflanzenölen hergestellt werden.

Muster und Zusammensetzung von Ziegenmilch-Säuglingsnahrung ist der Muttermilch angepasst.

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Die Ziege begleitet den Menschen seit tausenden von Jahren und ist ihm ein wertvoller Milchlieferant. Grund genug, einen Fokus auf die Ziege und ihre Milch zu legen.

Hier finden Menschen mit Kuhmilchunverträglichkeit, Eltern mit kleinen und großen Kindern sowie Fachleute aus Medizin und Ernährung umfangreiche Informationen zur Ernährung mit Ziegenmilch.